Bericht von Renate

Wiesloch/Baiertal, den 24.09.17

Guten Tag,

ich war von September 2015 – Februar 2016 in Olmos. Ich las den eindrucksvollen Brief von Dr. Schäfer , und auch weil Margit mich dazu ermunterte, auch einen Bericht über meinen Aufenthalt in Olmos zu schreiben werde ich es jetzt tun.

Einen Teil meines einjährigen Sabbatjahres wollte ich im Ausland verbringen. Da ich seit einiger Zeit spanisch lernte, und weil mich Südamerika interessiert, habe ich mich für Peru entschieden. Nach verschiedenen Recherchen las ich in der RNZ von einem Benefizkonzert anlässlich eines sozialen Projektes in Olmos. Dort habe ich Margit, Narciso und deren Schulprojekt in Olmos kennengelernt. Als ich Narciso fragte, ob ich mich da auch irgendwie einbringen könne, meinte er, ja, da gibt es was. Wir haben dann den Zeitrahmen vereinbart, und dass ich bei der jungen Familie, mit 3 kleinen Mädchen wohnen kann. Damit mich niemand mehr von meinem Vorhaben abbringen konnte, habe ich dann gleich den Flug gebucht.

Ich denke, ich war gut vorbereitet, was die Kenntnisse der Andersartigkeit der Kultur betrifft, trotzdem war ich in der ersten Zeit immer wieder sehr verwundert, wie der Alltag ablief und wie die Menschen leben und sich verhalten. Wenn mich jemand fragte, wie es war, dann antwortete ich: Dort ist A L L E S anders! Trotzdem habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Das führe ich auch auf das Einfühlungsvermögen von Rosa zurück. Da sie schon öfter Besuch aus Deutschland hatte, waren  Sophie Klein, die zur gleichen Zeit in Olmos war, und ich nicht ganz exotisch, für alle anderen schon. In Olmos gibt es so gut wie keine Touristen und die meisten Einheimischen haben die Region noch nie verlassen.

In der Schule hatte ich 2 verschiedene Aufgaben.

Im Rahmen des Englischunterrichts, den Sophie übernommen hatte, habe ich mit den Kindern in kleinen Gruppen die Aussprache geübt. Da ich hörgeschädigt bin, war das sehr anstrengend für mich. Aber Englisch war früher in der Schule mein Lieblingsfach und ich wollte mich unbedingt irgendwie  beim Englischunterricht einbringen. Im Laufe der Zeit, hat es mir und den Kindern immer mehr Spaß gemacht.

Außerdem habe ich die Frühstücksköchin beim Frühstück zubereiten unterstützt. In der Schule werden nacheinander, klassenweise täglich ein einfaches Essen und ein Getränk angeboten.

Wegen des El Nino wurde die Schule vorzeitig Anfang Dezember geschlossen.

Die verbleibende Zeit habe ich in der Familie von Rosa, Martin

und den Kindern verbracht.  Ich habe auch meistens das Mittagessen zubereitet. Abends habe ich meine Mails nach Hause geschrieben und bin dann todmüde und zufrieden ins Bett gefallen.

Wir haben zusammen deutsche „Weihnachtsgutsl“ gebacken, außerdem Hefezopf, Nußzopf, Schneckennudel, Dampfnudel, Vollkornbrot….Von Rosa habe ich peruanische Küche gelernt. Es gab verschiedene Geburtstagsfeiern, sogar mit Erdofenessen, das Narciso einführte. Ich habe Weihnachten und Silvester in Olmos verbracht. Mein Wunsch war es noch Macchu Pichu zu besuchen. Nach verschiedenen Recherchen bin ich dann mit Rosa  Richtung Süden gereist. Für sie und ihre Familie war  das nicht leicht, es war die erste Trennung überhaupt.  Für Rosa war es die erste größere Reise. Dann gab es noch einen Tagesausflug mit der Familie und Narciso in die ca. 60km entfernten Anden, dem Geburtsort von Narciso. Wir haben die verschiedenen Verwandten „al Campo“ besucht, und auch Rosas Schwester in Lima. Wir waren einmal am Strand bei Chiclayo und wir haben im kleinen Fluss in Olmos gebadet. Es gab dann noch verschiedene Feste, z.B. auf der Plaza de Armas, dem zentralen Punkt von Olmos.

So habe ich einen umfassenden Eindruck vom Alltagsleben  hier in Lambayeque bekommen. Obwohl der Alltag oft anstrengend für mich war, bezüglich der Sprache, der Geräusche, des Klimas…. habe ich mich immer wohlgefühlt und dazugehörend. Der Aufenthalt hat mich natürlich auch ein Stückweit verändert. Man wird  toleranter und besinnt sich wieder mehr auf die einfachen Dinge im Leben. Mir wurde bewusst, mit wie wenigen Dingen im Leben man gut zurechtkommt. In der Not gibt es unter den Menschen große Hilfsbereitschaft. Die Kinder spielen viel mit Naturmaterialien und gehen sehr geschickt damit um.

Viele Grüße

Renate Filsinger

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