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Grüße aus Olmos Juni 2020

Olmos, den 23. Juni 2020

Liebe Freunde,

ich freue mich sehr, euch diesen Brief zu schreiben, in der Hoffnung, dass es euch und euren Lieben gut geht und ihr den Sommer mit Freude genießt, hoffentlich auch frei von Corona.

Das Schulprojekt in Olmos: Das Covid-19 hat uns in eine große Krise gestellt. Plötzlich war alles stillgelegt: Alle Schulen, alle Transpostmöglichkeiten wurden geschlossen. Niemand war dafür vorbereitet.

Auch unsere Schule musste ihre Türe zuschließen. Die große Freude der Kinder, das neue Schuljahr begonnen zu haben, hat nur zwei Tage gedauert. Sehr schade!

Ich habe mich mit den Lehrern immer wieder telefonisch unterhalten und auch mit dem Erziehungsministerium hielt ich Kontakt. Aber niemand wusste genau, was man tun soll.

Aus eigener Initiative und im Gespräch mit unserer Schulleiterin begannen wir mit WhatsApp zu unterrichten. Aber für viele war dies ein Problem, ganz besonders für die Sekundarstufe, weil die Jugendlichen mehrere Fächer haben und das kann man mit WhatsApp nicht mehr abdecken.

Dann hat das Erziehungsministerium eine Plattform „Aprendemos en Casa“ für die staatlichen Schulen eröffnet. Da wir eine private Schule sind, durften wir nur Teile davon benutzen.

Mitte April haben wir uns auch entschieden, eine eigene Plattform zu abonnieren. Aber dafür mussten die Lehrer eine Fortbildungsserie von mehreren Tagen absolvieren, damit sie die „Aula Virtual“ gut bedienen können. Seit Mitte Juni werden die Kinder mit der „Aula Virtual“ unterrichtet. Alle sind noch am Lernen. Schüler und Lehrer sammeln Erfahrungen und jedes Mal wird es immer besser. Das ist für mich eine große Freude. Schüler und Lehrer sind sehr motiviert, mit dieser Technologie weiter zu arbeiten. Sie sehen den virtualen Unterricht als eine gute Chance für die Beschulung unserer Kinder. Das Problem ist, dass nicht alle (zum Glück eine Minderheit) einen Internetanschluss haben. Mit Gottes Hilfe wird dieses Schuljahr nicht verloren gehen, sondern gute Erfolge erzielen. Das ist meine große Hoffnung!

Familien in der Not: Die Not hier in Olmos ist groß. Erstmal konnten wir 19 Familien finanziell helfen. Das war uns möglich Dank eurer liebevollen Unterstützung. Da die Lage bezüglich Covid-19 hier in Olmos immer noch sehr schwer ist, denke ich an eine zweite Phase der Unterstützung für Familien in Not. Ich hoffe, dass wir es tun können.

Fast täglich sterben Menschen an dieser Pandemie. Vor einer Woche starb ein 21-jähriger Mann. Zu jung dafür! Das tut wirklich weh! Ich habe viele liebe Bekannte verloren. Es ist ein ganz trauriges Gefühl. Traurigkeit, Angst und Ratlosigkeit sind im Gesicht der Menschen immer zu sehen.

Am 19. Juni ist der erste Vater von drei Schülern unserer Schule an Covid-19 gestorben. Das ist für mich sehr traurig. Dieser Vater war sehr eng mit der Schule verbunden und war immer hilfsbereit. Nun, ist er heimgegangen. Wir werden ihn sehr vermissen. Wir werden der Familie beistehen!

Die Menschen in Olmos sind allein gelassen. Sie haben keine ärztliche Hilfe. Die sechs staatlichen Krankenhäuser in Chiclayo sind voll und sie sind 120 Km von Olmos entfernt. Manche Ärzte verweigern es infizierte Patienten zu versorgen. Wahrscheinlich aus Angst sich selbst sich zu infizieren. Die privaten Kliniken sind sehr teuer oder geschlossen. Die Armen sind also verlassene Menschen. Nur Gott kann ihnen helfen! Olmos braucht unsere Gebete mehr denn je.

Gott hat mein Leben bewahrt: Seit meiner Ankunft in Olmos am 2. Januar dieses Jahres habe ich verschiedene praktische Sachen machen können, damit die Schule besser funktioniert und für ihre Zukunft gut vorbereitet ist.

Dann kam die Pandemie. Vieles wurde eingeschränkt. Alle Pläne, die ich hatte, mussten aus Materialmangel jetzt stillgelegt werden. Trotz der Pandemie um mich herum habe ich mit Freude an verschiedenen kleineren Reparaturen und Installationen weitergearbeitet.

Nun, möchte ich euch etwas erzählen, was für ein kausales Denken schwer nach zu vollziehen ist. Aber das ist mein wahres Erlebnis: Am Freitag den 22. Mai, gegen Mitternacht, ging ich ins Bett und während ich noch betete, kam eine männliche Gestalt mit einem Schwert in der Hand in mein Schlafzimmer und wollte mich töten. Aber aus irgendeinem Grund konnte er die Tat nicht vollbringen. Ich wusste, dass dies ein dämonisches Wesen war und habe ihn im Namen Christi bekämpft. Als ich den Namen Jesu Christi aussprach, wurde er kleiner. Ich stand vom Bett auf und verfolgte ihn bis auf den Flur und dann verschwand er.

Am Sonntag den 24. Mai nach dem Mittagessen fühlte ich mich unwohl mit Gliederschmerzen. Dann begann ein starkes Fieber, Husten mit Thoraxschmerzen, das mich zwei Wochen begleitete. Ich merkte, dass mich meine Kräfte langsam verlassen. Über eine Bekannte bekam ich diverse Medikamente, da ich meine eigenen Vorräte schon an Bedürftige weitergegeben hatte. Langsam verließ mich das Fieber und meine Lungen wurden wieder freier. Aber mein Körper war sehr schwach. Am Sonntag den 7. Juni hatte ich Probleme beim Wasserlassen. Ich entschied mich nach Chiclayo zu gehen, um Hilfe beim Arzt zu suchen. Aber bevor ich aus dem Haus ging, betete ich um Gottes Begleitung und Führung. Dann fuhr ich nach Chiclayo.

In Chiclayo angekommen habe ich 9 Privatklinken besucht, aber nur eine davon war offen. Leider gab es dort keinen Arzt, der für mein Problem zuständig war. Deprimiert habe ich den Weg nach Olmos zurückgenommen. Ich fühlte mich sehr krank. Dennoch konnte ich zu Gott beten und auf ihm hoffen.

Während des Gebets erinnerte ich mich an eine Frau in Olmos, eine Pharmazeutin, die ich kenne. Ich sprach telefonisch mit ihr. Sie meinte ich soll direkt zu ihr kommen. Sie würde mir eine Spritze geben, die mir helfen könnte. Es war schon 14 Uhr als ich in Olmos ankam. Die Frau gab mir die Spritze, ein Antibiotikum. Eine viertel Stunde später, war das Fieber und die Schmerzen weg. Sie gab mir einige Tabletten und zwei weitere Spritzen an den nächsten Tagen. Nach drei Tagen fühlte ich mich viel besser; aber mein Körper war sehr schwach. Ich kann wirklich ganz gewiss sagen, dass Gottes Führung immer das Beste ist. Er hat mich vor etwas Schlimmerem bewahrt! Halleluja!!

Es ging mir immer besser; aber die Blasenentzündung blieb bestehen. Die Frau gab mir andere Medikamente. Ich sollte diese zweimal täglich einnehmen. Als ich die zweite Tablette genommen hatte, bekam ich sehr starke Bauch- und Rückenschmerzen. Ich konnte die ganze Nacht nicht mehr schlafen.

Am 12. Juni morgens, im Gebet, entschied ich mich, keine Medikamente mehr zu nehmen. Seitdem nehme ich nichts. Ich vertraue auf Gottes wunderbare Hilfe. Zurzeit fühle ich mich besser. Der Heilungsprozess geht voran. Gott hat wirklich mein Leben vor dem sicheren Tod bewahrt.

Ich bin sehr dankbar, dass Gott mir die Realität des Todes gezeigt hat, aber auch seine eigene Macht und sein Erbarmen. Gott hat immer das letzte Wort. Ohne seine Zulassung passiert nichts. „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten.“ (Ps. 46, 2) Das ist Wirklichkeit in meinem Leben geworden!

Ich danke Gott von ganzem Herzen. Er hat mir die Kräfte zurückgegeben und er hat mein Leben vor dem Tod gerettet. Ich kann jetzt wieder Singen und intensiver beten. Ich kann wieder freudig lachen und im Namen Gottes weiter träumen. Ich bin hier an diesem Ort der Not, weil Jesus eines Tages in meinem Herzen sprach, ich soll den Armen helfen. Also ich habe es getan und aus Verantwortung bin ich in Januar hierhergekommen. Deswegen bin ich auch ganz gewiss, dass Jesus mir immer helfen wird. Er wird mich niemals verlassen. Ich bin ganz sicher, dass Jesus auch bei meiner Familie in Heidelberg ist. Es kostet mir viel Kraft und Überwindung, von meiner Familie getrennt zu sein. Doch, mit Gottes Hilfe werden wir auch dies meistern. Wir, als Familie sind überzeugt, dass unser Leben zur Gottes Ehre und zum Dienst für den Nächsten bestimmt ist.

Ich möchte mich von ganzem Herzen bedanken bei allen, die im Gebet stets an mich gedacht haben und weiter an mich denken werden. Das war und ist für mich eine ganz große Ermutigung. Ich bedanke mich ganz herzlich für eure liebevolle Unterstützung. Das Schulprojekt geht gut voran trotz der Pandemie. Wir dürfen unsere Kinder nicht im Stich lassen. Wir alle zusammen können das Schulprojekt stark machen und den Kindern aus armen Verhältnissen, trotzt Corona, eine bessere Zukunft durch Bildung ermöglichen.

Mit lieben Grüßen aus Olmos

Narciso Crisanto

 

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Aktuelle Lage in Olmos

Olmos, den 11. Mai 2020

Liebe Freunde,

aus Olmos/Peru sende ich euch herzliche Grüße in der Hoffnung, dass es euch und euren Familien und Bekannten gut geht.

Da es hier bis jetzt, wegen Ansteckungsgefahr, immer noch Ausgangssperre gibt, ist es für mich sehr schwer, die Familien persönlich zu besuchen, um ihre Lage genau beschreiben zu können. Viele zuverlässige Menschen haben mir dabei geholfen.

Nach einigen Wochen kann ich nun berichten, dass wir in unserer Schule 19 Familien haben, die es sehr, sehr schwer haben, die Coronakrise zu bestehen. Sie waren schon sehr arm, aber jetzt werden sie noch ärmer und sind am Limit ihrer Kräfte.

Anfangs dachte ich, dass diesen 19 Kindern bzw. Familien ein Tablet oder ein Smartphone mit Internetanschluss angeboten werden soll. Aber nach der heutigen Information, die ich habe, scheint es mir nun viel wichtiger, ihnen einen finanziellen Zuschuss im Wert von 350 bis 400 Soles zu geben (ca. 2000 -2500€ für alle 19). Nur so kann ihr Hunger gelindert werden.

Es ist wirklich erstaunlich für mich, dass die Familien unserer Schüler frei von Covid 19 sind und noch keiner daran gestorben ist. Auch unsere Mitarbeiter sind noch gesund. Mir geht es ebenso gut. Täglich danke und lobe ich Gott dafür. Er begleitet uns mit seiner Gnade und mit seiner wunderbaren Bewahrung. Bei ihm fühle ich mich geborgen in Mitten der Krise in der ich leben muss.

Die Schule wird wahrscheinlich weiter geschlossen bleiben. Dennoch ist das Lehrerkollegium sehr motiviert, eine neue Art von Unterricht zu lernen und zu erteilen. Seit einer Woche wird an der Bedienung einer Plattform gearbeitet, die wir für die Schule gekauft haben. Daran habe ich auch teilgenommen. Ich hoffe sehr, dass wir mit Gottes wunderbarer Hilfe in diesem Schuljahr, trotz Coronakrise, Erfolg haben werden.
Vielen herzlichen Dank für eure liebevolle Unterstützung und für eure Gebete für uns hier in Olmos.

Mit lieben Grüßen
Narciso

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