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Weihnachtsgruß aus Olmos

Liebe Freunde der Kinderhilfe Olmos/Peru:

Wir wünschen Euch ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2018.

Anbei ein Weihnachtsgruß aus Olmos/Peru.

Mit herzlichen Grüßen und aufrichtigem Dank für alle Unterstützung im Jahr 2017!

Narciso und Margit

„Liebe Freunde aus Deutschland,

nehmt diesen herzlichen Gruß von den Lehrern und den Schülern der „Institucion Educativa Privada Evangélica Peruano-Germana“, Olmos/Perú.

Wir wünschen, dass Ihr Gesundheit, Frieden und Liebe, zusammen mit Eurer Familie, genießt.

Wir schreiben Euch, um uns zu bedanken für Eure wertvolle und von uns wertgeschätzte Unterstützung. Wir werden uns bemühen, erfolgreich zu sein, um einen ersehnten Beruf zu erreichen.

Wir danken Gott, dass wir euch haben und wir beten immer wieder, damit er eure Bemühungen mit reichen Segen in eurem Leben belohnt.

Wir wünschen Euch frohe Weihnacht und ein erfolgreiches Jahr 2018

Hochachtungsvoll

I. E. P. Peruano-Germana“

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Weihnachtsmarkt und Benefizabend

Liebe Freunde,

der Advent naht und so wollen wir euch zum Weihnachtsmarkt auf dem Wilhelmsplatz in der Weststadt am Sonntag, 10.12.2017 einladen. Von 12 bis 18 Uhr gibt es an unserem Stand neben Crêpes und Informationen, viele schöne Dinge zu entdecken.

Ebenso würden wir uns freuen euch bei unserem Benefiz-Abend am Freitag, 15.12.17 um 18 Uhr begrüßen zu können: „Lichter in der Dunkelheit“- einem Musiktheater zum Advent.

Magdalena Lutz, Veronika Wiemker, Viktor Braun, Raphael Schönball

Die Künstler

Nach einer Pause mit Punsch und Plätzchen berichten Dr. Mark Schäfer und Narciso vom Schulprojekt in Olmos/Peru.

PDF zum Ausdrucken und/oder Weitergeben:
benefizabend-in-luthergemeinde

Eure Narciso und Margit

Bericht von Hannah & Sarah

Narciso. Unverkennbar ein Peruaner. Geboren in einem kleinen Dorf irgendwo tief in den Anden. Fuhr am frühen Dienstagmorgen drei Stunden von Olmos nach Chiclayo, einzig allein um uns abzuholen.

Wir. Zwei studierende Schwestern in den Semesterferien auf ihrer einmonatigen Reise durch Peru. Suchend nach einem authentischeren Einblick in das peruanische Leben und die Kultur, als dem des klassischen Backpackertouristen. Er schrieb uns, wir würden ihn an der Deutschlandkappe erkennen.

In Chiclayo angekommen, erkennen wir Narciso sehr schnell und fahren nach einem gemeinsamen Frühstück in einem Colectivo drei Stunden nach Olmos. Die Straßen sind in einem extrem schlechten Zustand, aber die Fahrer kennen die Route sehr gut; es läuft Peruanische Musik und wir werden müde. Narciso wohl auch, er ist eingeschlafen. Angekommen in Olmos laufen wir durch staubige Straßen mit ärmlichen Häusern. Die Schule sei noch nicht fertig gebaut, erzählt uns Narciso. Man müsse eben alles Stück für Stück machen, so wie es gerade finanziell möglich sei. Er zuckt mit den Schultern und lacht. Diese Mentalität der Gelassenheit und Ruhe, mit der Narciso sein Projekt aufzieht und gestaltet, hat uns immer wieder sehr beeindruckt.

Wir kommen auf dem Grundstück an. Eine kleine Tür, und wir stehen in einem wunderschönen Garten, in dem sogar einige Rosen gepflanzt sind. Narciso zeigt uns das Gelände mit dem Obstgarten voller Mango-, Orangen-, Sternfruchtbäume. Einen Brunnen, den er selbst mitgebaut und geplant hat, und ein Wasserauffangbecken, in dem wir abends baden konnten. Idyllisch. So lebe ich hier, sagt Narciso, lacht wieder, und wir können uns sehr gut vorstellen, dass man hier leben kann.

In den ersten Tagen können wir ein bisschen im Garten mithelfen und haben schnell gemerkt, wie wahnsinnig viel körperliche Arbeit hinter einem solchen Garten und Schulprojekt steckt. Die Kinder schauen uns aus den Fenstern beim Hacken eines Beetes zu. Ein positives Vorbild abgeben, die neuen Gäste sitzen nicht in der Sonne, sondern packen mit an. Den Kindern Ziele und Werte vermitteln, das ist Narciso besonders wichtig.

Zum Essen sitzen wir auf der Terrasse in netter Gesellschaft von Hojer, einem Freund von Narciso, der beim Bau der Schule handwerklich sehr viel mithilft. Er redet viel mit uns, trotz unserer sehr grundlegenden Spanischkenntnisse, wodurch wir immer mehr verstehen. Eine wirklich herzliche Atmosphäre: man arbeitet zusammen, man isst zusammen, und es wird viel gelacht.

Für einen Tag dürfen wir auch am Unterricht teilnehmen. Die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern wirkt auf uns sehr zugewandt und beiderseits respektvoll. Unser „mal Reinschauen“ endet schließlich darin, dass wir zwei Unterrichtsstunden eines kranken Lehrers vertreten. Einmal unterrichteten wir Englisch, einmal improvisierten wir etwas Deutsch. Schwierig war, dass die Schüler extreme Probleme haben ganze englische Sätze zu bilden. Trotzdem erlebten wir die Kinder als sehr aufgeschlossen, neugierig und wissbegierig. Das war toll!

Narciso hat uns viel von seiner Situation in Olmos erzählt. Wie viel Zeit und Beziehungsarbeit es braucht, um Vertrauen zu den Menschen dort aufzubauen. Denn Vertrauen sei sehr wichtig in einem kommunalen System, das sonst weniger von Werten und Rechtmäßigkeit, sondern vielmehr von Unrecht geprägt sei. Und wir sehen, dass es ihm gelungen ist, das Vertrauen und Ansehen Vieler zu gewinnen. Einen anderen Umgang zu prägen. Eine Szene, an die wir uns sehr eindrücklich erinnern: Die Schule hatte im Ort bei einem Marschier-Wettbewerb gewonnen. Narciso wollte mit den Lehrern und Schülern den Erfolg etwas feiern. Wir kauften Knabberzeug und Trinken und fuhren im Polizeiauto vom Hauptplatz durch den ganzen Ort zur Schule, die Kinder hinten auf der Ladefläche. Die Polizei war auch eingeladen und Narciso hielt eine Rede über Verantwortung und Loyalität. Wir verstanden nicht alles, aber wir konnten sehen wie andächtig die Polizisten dort um den Tisch saßen und ihm zuhörten. Wie sie scheinbar ganz klein wurden.

Neben den Erfahrungen um die Schule, erfahren wir viel über Narcisos eigene Biographie. An einem Tag fährt er mit uns zu dem Haus, welches er mit sechzehn mit seinem Vater gebaut und bewohnt hat. Ein schönes, aber einfaches Lehmhaus, ganz abseits auf dem Land. Er zeigt uns seine Plantage, wo Maracuja, Mangos, Bananen, Orangen, Limonen und andere Früchte wachsen. Man kann hier das ganze Jahr über anbauen — wenn man Wasser hat. Narciso strahlt über das ganze Gesicht während er eine Grapefruit erntet. „Wenn ich hierherkomme, verhungere ich nicht,“ sagt er.

Obwohl wir nur eine Woche in Olmos waren, kehren wir mit sehr vielen neuen Anregungen und so vielen schönen positiven Eindrücken nach Deutschland zurück. Es ist faszinierend mit wie wenig Mitteln man in einer Gemeinschaft so viel auf die Beine stellen kann.

Wir wollen mit diesem Bericht unsere große Dankbarkeit ausdrücken für die Gastfreundschaft und unglaubliche Herzlichkeit, die uns von den Menschen in und um die Schule entgegengebracht wurde. Und natürlich besonders an Narciso, der sich so viel Zeit für uns genommen hat, um uns sein Projekt und sein Leben in Olmos zu zeigen.

Muchas Gracias por todo!

Las dos hermanas, Hannah y Sarah

Dankgottesdienst

Dankgottesdienst mit der Kinderhilfe in Olmos/Perú e.V., am Sonntag, den 22.10.2017 um 10 Uhr in der Luther-Gemeinde, Vangerowstrasse 5, 69115 Heidelberg.
Narciso und Freunde, die in Olmos waren, werden über ihre Erfahrungen in Peru berichten und Fotos zeigen. Im Anschluss ist genügend Zeit für Gespräche. Wir freuen uns sehr, Euch begrüßen zu dürfen!

PDF zum Ausdrucken und Weitergeben.

 

Bericht von Renate

Wiesloch/Baiertal, den 24.09.17

Guten Tag,

ich war von September 2015 – Februar 2016 in Olmos. Ich las den eindrucksvollen Brief von Dr. Schäfer , und auch weil Margit mich dazu ermunterte, auch einen Bericht über meinen Aufenthalt in Olmos zu schreiben werde ich es jetzt tun.

Einen Teil meines einjährigen Sabbatjahres wollte ich im Ausland verbringen. Da ich seit einiger Zeit spanisch lernte, und weil mich Südamerika interessiert, habe ich mich für Peru entschieden. Nach verschiedenen Recherchen las ich in der RNZ von einem Benefizkonzert anlässlich eines sozialen Projektes in Olmos. Dort habe ich Margit, Narciso und deren Schulprojekt in Olmos kennengelernt. Als ich Narciso fragte, ob ich mich da auch irgendwie einbringen könne, meinte er, ja, da gibt es was. Wir haben dann den Zeitrahmen vereinbart, und dass ich bei der jungen Familie, mit 3 kleinen Mädchen wohnen kann. Damit mich niemand mehr von meinem Vorhaben abbringen konnte, habe ich dann gleich den Flug gebucht.

Ich denke, ich war gut vorbereitet, was die Kenntnisse der Andersartigkeit der Kultur betrifft, trotzdem war ich in der ersten Zeit immer wieder sehr verwundert, wie der Alltag ablief und wie die Menschen leben und sich verhalten. Wenn mich jemand fragte, wie es war, dann antwortete ich: Dort ist A L L E S anders! Trotzdem habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Das führe ich auch auf das Einfühlungsvermögen von Rosa zurück. Da sie schon öfter Besuch aus Deutschland hatte, waren  Sophie Klein, die zur gleichen Zeit in Olmos war, und ich nicht ganz exotisch, für alle anderen schon. In Olmos gibt es so gut wie keine Touristen und die meisten Einheimischen haben die Region noch nie verlassen.

In der Schule hatte ich 2 verschiedene Aufgaben.

Im Rahmen des Englischunterrichts, den Sophie übernommen hatte, habe ich mit den Kindern in kleinen Gruppen die Aussprache geübt. Da ich hörgeschädigt bin, war das sehr anstrengend für mich. Aber Englisch war früher in der Schule mein Lieblingsfach und ich wollte mich unbedingt irgendwie  beim Englischunterricht einbringen. Im Laufe der Zeit, hat es mir und den Kindern immer mehr Spaß gemacht.

Außerdem habe ich die Frühstücksköchin beim Frühstück zubereiten unterstützt. In der Schule werden nacheinander, klassenweise täglich ein einfaches Essen und ein Getränk angeboten.

Wegen des El Nino wurde die Schule vorzeitig Anfang Dezember geschlossen.

Die verbleibende Zeit habe ich in der Familie von Rosa, Martin

und den Kindern verbracht.  Ich habe auch meistens das Mittagessen zubereitet. Abends habe ich meine Mails nach Hause geschrieben und bin dann todmüde und zufrieden ins Bett gefallen.

Wir haben zusammen deutsche „Weihnachtsgutsl“ gebacken, außerdem Hefezopf, Nußzopf, Schneckennudel, Dampfnudel, Vollkornbrot….Von Rosa habe ich peruanische Küche gelernt. Es gab verschiedene Geburtstagsfeiern, sogar mit Erdofenessen, das Narciso einführte. Ich habe Weihnachten und Silvester in Olmos verbracht. Mein Wunsch war es noch Macchu Pichu zu besuchen. Nach verschiedenen Recherchen bin ich dann mit Rosa  Richtung Süden gereist. Für sie und ihre Familie war  das nicht leicht, es war die erste Trennung überhaupt.  Für Rosa war es die erste größere Reise. Dann gab es noch einen Tagesausflug mit der Familie und Narciso in die ca. 60km entfernten Anden, dem Geburtsort von Narciso. Wir haben die verschiedenen Verwandten „al Campo“ besucht, und auch Rosas Schwester in Lima. Wir waren einmal am Strand bei Chiclayo und wir haben im kleinen Fluss in Olmos gebadet. Es gab dann noch verschiedene Feste, z.B. auf der Plaza de Armas, dem zentralen Punkt von Olmos.

So habe ich einen umfassenden Eindruck vom Alltagsleben  hier in Lambayeque bekommen. Obwohl der Alltag oft anstrengend für mich war, bezüglich der Sprache, der Geräusche, des Klimas…. habe ich mich immer wohlgefühlt und dazugehörend. Der Aufenthalt hat mich natürlich auch ein Stückweit verändert. Man wird  toleranter und besinnt sich wieder mehr auf die einfachen Dinge im Leben. Mir wurde bewusst, mit wie wenigen Dingen im Leben man gut zurechtkommt. In der Not gibt es unter den Menschen große Hilfsbereitschaft. Die Kinder spielen viel mit Naturmaterialien und gehen sehr geschickt damit um.

Viele Grüße

Renate Filsinger

Brief für die Freunde

Olmos, 17. September 2017

Liebe Freunde,

ich grüße Euch sehr herzlich aus dem trockenen und staubigen Olmos. Ich hoffe, dass es euch persönlich und im Kreis eurer Familie gut geht und ihr einen goldenen Herbst mit Freude genießen könnt.

Meine Ankunft in Olmos ist sehr gut gelungen. Am Anfang war ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen. Ich hatte eine starke Erkältung. Aber ich habe sie nun gut überwunden und zurzeit geht es mir sehr gut. Dafür bin ich Gott herzlich dankbar.

Das Schulprojekt läuft sehr gut. Es herrscht eine gute Atmosphäre im Lehrerkollegium, bei den Schülern und auch bei dem administrativen Personal. Obwohl der Schulbeginn, wegen des starken Regens, viel später war, konnten sie bis jetzt fast alles nachholen. Sie haben auf die Ferien Anfang August verzichtet und haben an einigen Samstagen unterrichtet. Ich kann Gott dafür nur danken und loben für seine wunderbare Hilfe und treue Fuersorge.

In diesem Jahr sind wir mit dem Besuch von mehreren Freunden aus Deutschland reich beschenkt worden. Von Juni bis 30. August hat uns Sandra Kircheis mit Englisch- und Sportunterricht und anderen Aktivitäten in der Schule kräftig unterstützt. Sie hat das Vertrauen und die Liebe der Kinder sowie Lehrer erobert und in der Schule schöne Erinnerungen zurück gelassen.

Vom 8. bis 15. August  hat uns Familie Schaefer beim Streichen von drei Schulräumen und Teilen der  Sanitäranlage fleißig geholfen.

Auch unser Sohn Elias war in den Sommerferien in Olmos und hat mich tatkräftig unterstützt.

Vom 12. bis 18. September waren die Geschwister Hannah und Sarah Albrecht bei uns. Sie haben bei vielen praktischen Dingen geholfen. Ich möchte mich bei allen für ihre Anwesenheit und tatkräftige Hilfe ganz herzlich bedanken! Von ihnen habe ich viel Liebe, Freundlichkeit und Anpassungsfähigkeit erfahren. Sie haben mich durch ihre Hilfsbereitschaft und Freundschaft sehr ermutigt. Mit euch fühle ich mich nicht einsam!

Liebe Freunde, es lohnt sich wirklich, diesen Kindern aus armen Verhältnissen zu helfen und ihnen eine bessere Zukunft durch Bildung zu ermöglichen. Ich danke Euch für eure Bereitschaft, uns bei diesem Schulprojekt zu helfen. Wir können nur gemeinsam, dieses Projekt voranzubringen. Lasst uns nicht müde werden, an der Seite der Schwachen zu bleiben und ihnen in ihrer Not zu helfen. Der Herr des Lebens wird uns mit seinem unendlichen Segen belohnen und in unserm Alltag begleiten.

Unsere Grundschule hat heute noch ein Mal den ersten Preis gewonnen und unsere Sekundarstufe hat die zweite Stelle bei einer Präsentation hier in Olmos erreicht. All das gibt unserer Schule ein sehr gutes Image. Die Schule ist bekannt nicht nur für ihre evangelischen Prinzipien, sondern auch für ihre Disziplin und ihre Bildungsqualität. Voll Staunen kann ich nur bezeugen, dass Gott uns bei diesem Schulprojekt in verschiedener Weise geholfen und reich gesegnet hat. Unsere Kinder kommen sehr gut voran bei jeder öffentlichen Partizipation. Dafür danke und lobe ich Gott von ganzem Herzen. Zurzeit bereiten sie sich in Mathematik und  in Kommunikation vor. Ende Oktober werden sie bei einer großen Veranstaltung in Patapo (bei Chiclayo) teilnehmen. Mal sehen, was daraus wird.

Mit herzlichen Grüßen

Narciso

 

Bericht von Familie Schäfer

Bericht von Dr. Mark Schäfer, der mit seiner Familie im August 2017 bei uns in Olmos war.

Mit großer Herzlichkeit wurden wir, Familie Schäfer, in Chiclayo von Narciso Crisanto am 5. August 2017 willkommen geheißen und abgeholt. Nach Besichtigung von archäologischen Stätten aus der uns bis dahin kaum bekannten Vor-Inka Zeit in und um Chiclayo ging es anschließend auf den Weg nach Olmos.

Olmos ist eine 10.000 Einwohner-Stadt hier im Norden Perus mit großem Markt für die Region, vielen Bauern, Handwerkern, kaum Industrie. Am Fuße der Andenkette ist es hier eher trocken, die Menschen sind oft noch arm. Lediglich wenige Straßen im Zentrum sind asphaltiert, die Häuser sind meist einfach. Das Straßenbild wird dominiert von einer Vielzahl 3-rädriger Motorrad-Taxis, mit denen alles, wirklich alles transportiert wird. Während der starken Regenfälle im Frühjahr 2017 ist die 400 Jahre alte Kirche im Zentrum von Olmos leider eingestürzt und dominiert jetzt nicht mehr das schöne Stadtzentrum. Auch bei einem Ausflug in die Umgebung von Olmos und in die Anden waren die Zerstörungen von Feldern, Häusern, Straßen und Brücken durch Erdrutsche und Überschwemmungen noch an vielen Stellen sichtbar.

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Wir wurden in Olmos mit großer Gastfreundschaft aufgenommen, im Hause von Narciso mit der Verwalterfamilie von Rosa und Martin: bestes Essen und Trinken und immer ein Lächeln, auch wenn wir kaum ein Wort Spanisch sprechen. Hier halfen uns Elias Crisanto Walz und die schon seit 2,5 Monaten anwesende Lehrerin, Sandra Kircheis, sehr, wenn uns die Gesten und Worte fehlten.

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Die seit 2011 gegründete Schule lernten wir an unserem ersten Montagmorgen gleich von ihrer ganz herzlichen Seite kennen: bei der Morgenversammlung aller 170 Schülerinnen und Schüler und der ca. 10 Lehrerinnen und Lehrer wurden wir freudig begrüßt und besungen. An den nachfolgenden Tagen konnten wir dann alle gemeinsam 2 Klassenzimmer, einen Büroraum und 2 WCs grundieren und streichen. Schön war zu sehen, dass die beiden Schulklassen ihre Räume dann mit Schwung und leuchtenden Augen wieder bezogen und Unterricht wieder ganz normal- nur etwas heller- stattfand. Narciso hatte für uns diesen kleinen Arbeitseinsatz optimal vorbereitet, Material, Werkzeug bereitgelegt, uns in allen Fragen bestens begleitet und wo nötig angeleitet. Ohne die tatkräftige Mitarbeit von Sandra Kircheis und Elias hätten wir es bei den großen Räumen auch kaum oder nicht geschafft. Danke Euch!

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In Gesprächen während des Arbeitens und beim Essen oder an den Abenden erläuterte Narciso uns den Hintergrund der Schulgründung, das Konzept, die Unterschiede zu staatlichen Schulen. Die mittlerweile bis zur achten Klasse (nach deutscher Zählweise) reichende einzügige Schule mit bis zu 24 Schülern pro Klasse schafft es neben wirklich sehr guter akademischer Ausbildung im regionalen Vergleich besonders Werte für ein ganzes Leben den Schülern mitzugeben, zu vermitteln, vorzuleben: Ehrlichkeit, Freundschaft, Vertrauen, Solidarität, Zuverlässigkeit, Liebe, Vergebung anstatt Bestrafung, Umweltbewusstsein, Gesundes Leben, Gewaltlosigkeit, Achtung voreinander, Unterstützung und Hilfe füreinander….

Diese Werte und Haltungen sind sicherlich die wichtigste Grundlage für ein gutes Miteinander, für eine bessere Zukunft in einer Gesellschaft in Peru, die mit Armut, Korruption, Kriminalität kämpft. Bildung, und hier an dieser Schule Bildung für jede/jeden ohne Schulgeld, unter Bereitstellung der Schulmaterialien und sehr ausgewogener Pausenernährung ist in unseren Augen eine riesige Leistung. Für sich spricht schon alleine, dass die Schule bei der hohen Nachfrage leicht 2-3x so groß sein könnte und für die Erstklässler die Anmeldungen lange vor Beginn der offiziellen Anmeldefrist eingehen. Toll auch mitzubekommen, wie bei der Schülerauswahl die Bedürftigkeit des einzelnen Schülers/ der Schülerin ein besonders wesentlicher Aufnahmefaktor darstellt -gerade bei Kindern, die keine Eltern mehr haben oder deren Familien sehr arm sind.

Die vermittelten Werte an dieser Schule sind eng verknüpft mit dem christlichen Glauben und werden an biblischen Geschichten und Versen vermittelt aber vor allem im Alltag gelebt, besonders vom Lehrerkollegium unter geistiger und auch geistlicher Anleitung durch Narciso, der eine historisch-kritische und im Gegensatz zu vielen in Peru aktiven evangelikalen Kirchen eine erfreulich freiheitliche, offene, liberale, reflektierende und individuumsrespektierende Christlichkeit vermittelt.

Besonders waren für uns auch die Unterrichtsbesuche, die wir in verschiedenen Klassen machen durften, und in denen wir uns von der guten, professionellen und herzlichen Lernatmosphäre ein Bild machen durften. Vielen Dank an die Lehrerinnen und Lehrer und an die besuchten Klassen für deren Offenheit uns gegenüber!

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Mit unserem Besuch und dem kleinen Arbeitseinsatz haben wir Einblick nehmen dürfen in eine erfolgreiche Schule mit funktionierender Schulgemeinschaft aus Eltern, Schülern und Lehrern, die auch regelmäßig Fortbildungen erhalten und so weiter an Werten und Wissen wachsen: mich hat z.B. die Eltern/Schüler/Lehrer Fortbildungsreihe im zurückliegenden Jahr zum Thema „Gewaltlosigkeit, Gewaltprävention“ mit Psychologen, Staatsanwältin, Polizist u.a. als Redner sehr beeindruckt.

So klein unser Beitrag für die Schule in dieser Woche auch war – zum ganzen Großen und der Wichtigkeit anhaltender vielfältiger Unterstützung der Schule – so froh sind wir doch ein kleiner Teil des Ganzen gewesen sein zu dürfen! Danke!