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Carta para amigos

Olmos, den 14. März 2018

Liebe Freunde

Seit dem 3. Febrar 2018 abends befinde ich mich in Olmos, um das Schulprojekt voranzutreiben.

Hier in Olmos erleben wir die Sommerzeit und das Klima ist trocken und sehr heiß. Bis jetzt gibt es keinen Regen. Wahrscheinlich wird es in diesem Jahr keinen Regen mehr geben. Manche Tage sind wolkig; aber der Wind am späten Nachmittag bläst die Wolken weg. Zurück bleiben Hitze und Staub…

Der kontaminierte Staub hat mich einige Tage gesundheitlich angefochten. Ich bin Gott dankbar, dass ich dies überwunden habe. Danach hatte ich eine kleine Verletzung an der linken Hand. Ich musste also fast drei Wochen gezwungener Weise etwas pausieren. Zurzeit geht es mir gut und ich kann die Arbeit mit Freude fortsetzen.

Am Montag den 12. März haben wir planmäßig das Schuljahr 2018 begonnen. In diesem Jahr besuchen unsere Schule 207 Kinder: 140 in der Grundschule und 67 in der Sekundarstufe (1. bis 3. Klasse). Im Vertrauen auf Gottes Hilfe haben wir das Schuljahr mit Freude und Gelassenheit begonnen.

Als ich den überfüllten Raum, das Lachen der Kinder und die Freude der Mütter und Väter sah, hatte ich ein Gefühl der Freude und sogleich spürte ich eine große Herausforderung und das Gewicht der Verantwortung. Allein kann ich die Erwartungen der Kinder und deren Eltern niemals erfüllen. Ich bin auf Gottes Hilfe und auf euch angewiesen.

Herzlichen Dank für eure Bereitschaft, uns bei diesem Schulprojekt zu helfen. Jeder ist eingeladen, hierher zu kommen, um zu sehen, was hier geschieht. Ich kann nur staunen und Gott von ganzem Herzen danken für seine wunderbare Hilfe und Fürsorge im Lauf der vergangenen sieben Jahre. Er hat eure Herzen angerührt und euch in irgendeiner Weise auf dieses Projekt aufmerksam gemacht. Ihr habt liebevoll mit euren Spenden treu geantwortet. Der Herr des Lebens begleite euch mit seinem wunderbaren Segen und er möge alle eure Bemühungen reichlich belohnen.

Ich bin gewiss, dass Ihr uns in diesem Schuljahr 2018 mit eurer Hilfe weiter begleiten werdet. Dafür möchten wir uns, auch im Namen der Kinder und deren Eltern in Olmos, herzlich bedanken. Wenn wir unsere Kräfte vereinigen, können wir diesen 207 Kindern eine bessere Zukunft durch Bildung weiter ermöglichen.

Mit herzlichen Grüßen aus dem trockenen Olmos

Narciso

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Kindergottesdienst Schönau

„Seit Mai 2017 unterstützen wir, mit unserem Kindergottesdienst, das Schulprojekt in Olmos.

Am 21. Januar 2018 besuchten uns Dr. Narciso Crisanto und seine Frau Dr. Margit Walz de Crisanto aus Heidelberg. Im Rahmen unseres Kindergottesdienstes zeigte uns Narciso verschiedene Bilder von dem Schulprojekt und erzählte sehr lebendig von der Arbeit dort.

Mit Freude überreichten wir den Beiden unsere Kindergottesdienst-Kollekte in Höhe von 250.-€ für das Schulprojekt in Olmos.“

K. Habel

Weihnachtsgruß aus Olmos

Liebe Freunde der Kinderhilfe Olmos/Peru:

Wir wünschen Euch ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2018.

Anbei ein Weihnachtsgruß aus Olmos/Peru.

Mit herzlichen Grüßen und aufrichtigem Dank für alle Unterstützung im Jahr 2017!

Narciso und Margit

„Liebe Freunde aus Deutschland,

nehmt diesen herzlichen Gruß von den Lehrern und den Schülern der „Institucion Educativa Privada Evangélica Peruano-Germana“, Olmos/Perú.

Wir wünschen, dass Ihr Gesundheit, Frieden und Liebe, zusammen mit Eurer Familie, genießt.

Wir schreiben Euch, um uns zu bedanken für Eure wertvolle und von uns wertgeschätzte Unterstützung. Wir werden uns bemühen, erfolgreich zu sein, um einen ersehnten Beruf zu erreichen.

Wir danken Gott, dass wir euch haben und wir beten immer wieder, damit er eure Bemühungen mit reichen Segen in eurem Leben belohnt.

Wir wünschen Euch frohe Weihnacht und ein erfolgreiches Jahr 2018

Hochachtungsvoll

I. E. P. Peruano-Germana“

Weihnachtsmarkt und Benefizabend

Liebe Freunde,

der Advent naht und so wollen wir euch zum Weihnachtsmarkt auf dem Wilhelmsplatz in der Weststadt am Sonntag, 10.12.2017 einladen. Von 12 bis 18 Uhr gibt es an unserem Stand neben Crêpes und Informationen, viele schöne Dinge zu entdecken.

Ebenso würden wir uns freuen euch bei unserem Benefiz-Abend am Freitag, 15.12.17 um 18 Uhr begrüßen zu können: „Lichter in der Dunkelheit“- einem Musiktheater zum Advent.

Magdalena Lutz, Veronika Wiemker, Viktor Braun, Raphael Schönball

Die Künstler

Nach einer Pause mit Punsch und Plätzchen berichten Dr. Mark Schäfer und Narciso vom Schulprojekt in Olmos/Peru.

PDF zum Ausdrucken und/oder Weitergeben:
benefizabend-in-luthergemeinde

Eure Narciso und Margit

Bericht von Hannah & Sarah

Narciso. Unverkennbar ein Peruaner. Geboren in einem kleinen Dorf irgendwo tief in den Anden. Fuhr am frühen Dienstagmorgen drei Stunden von Olmos nach Chiclayo, einzig allein um uns abzuholen.

Wir. Zwei studierende Schwestern in den Semesterferien auf ihrer einmonatigen Reise durch Peru. Suchend nach einem authentischeren Einblick in das peruanische Leben und die Kultur, als dem des klassischen Backpackertouristen. Er schrieb uns, wir würden ihn an der Deutschlandkappe erkennen.

In Chiclayo angekommen, erkennen wir Narciso sehr schnell und fahren nach einem gemeinsamen Frühstück in einem Colectivo drei Stunden nach Olmos. Die Straßen sind in einem extrem schlechten Zustand, aber die Fahrer kennen die Route sehr gut; es läuft Peruanische Musik und wir werden müde. Narciso wohl auch, er ist eingeschlafen. Angekommen in Olmos laufen wir durch staubige Straßen mit ärmlichen Häusern. Die Schule sei noch nicht fertig gebaut, erzählt uns Narciso. Man müsse eben alles Stück für Stück machen, so wie es gerade finanziell möglich sei. Er zuckt mit den Schultern und lacht. Diese Mentalität der Gelassenheit und Ruhe, mit der Narciso sein Projekt aufzieht und gestaltet, hat uns immer wieder sehr beeindruckt.

Wir kommen auf dem Grundstück an. Eine kleine Tür, und wir stehen in einem wunderschönen Garten, in dem sogar einige Rosen gepflanzt sind. Narciso zeigt uns das Gelände mit dem Obstgarten voller Mango-, Orangen-, Sternfruchtbäume. Einen Brunnen, den er selbst mitgebaut und geplant hat, und ein Wasserauffangbecken, in dem wir abends baden konnten. Idyllisch. So lebe ich hier, sagt Narciso, lacht wieder, und wir können uns sehr gut vorstellen, dass man hier leben kann.

In den ersten Tagen können wir ein bisschen im Garten mithelfen und haben schnell gemerkt, wie wahnsinnig viel körperliche Arbeit hinter einem solchen Garten und Schulprojekt steckt. Die Kinder schauen uns aus den Fenstern beim Hacken eines Beetes zu. Ein positives Vorbild abgeben, die neuen Gäste sitzen nicht in der Sonne, sondern packen mit an. Den Kindern Ziele und Werte vermitteln, das ist Narciso besonders wichtig.

Zum Essen sitzen wir auf der Terrasse in netter Gesellschaft von Hojer, einem Freund von Narciso, der beim Bau der Schule handwerklich sehr viel mithilft. Er redet viel mit uns, trotz unserer sehr grundlegenden Spanischkenntnisse, wodurch wir immer mehr verstehen. Eine wirklich herzliche Atmosphäre: man arbeitet zusammen, man isst zusammen, und es wird viel gelacht.

Für einen Tag dürfen wir auch am Unterricht teilnehmen. Die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern wirkt auf uns sehr zugewandt und beiderseits respektvoll. Unser „mal Reinschauen“ endet schließlich darin, dass wir zwei Unterrichtsstunden eines kranken Lehrers vertreten. Einmal unterrichteten wir Englisch, einmal improvisierten wir etwas Deutsch. Schwierig war, dass die Schüler extreme Probleme haben ganze englische Sätze zu bilden. Trotzdem erlebten wir die Kinder als sehr aufgeschlossen, neugierig und wissbegierig. Das war toll!

Narciso hat uns viel von seiner Situation in Olmos erzählt. Wie viel Zeit und Beziehungsarbeit es braucht, um Vertrauen zu den Menschen dort aufzubauen. Denn Vertrauen sei sehr wichtig in einem kommunalen System, das sonst weniger von Werten und Rechtmäßigkeit, sondern vielmehr von Unrecht geprägt sei. Und wir sehen, dass es ihm gelungen ist, das Vertrauen und Ansehen Vieler zu gewinnen. Einen anderen Umgang zu prägen. Eine Szene, an die wir uns sehr eindrücklich erinnern: Die Schule hatte im Ort bei einem Marschier-Wettbewerb gewonnen. Narciso wollte mit den Lehrern und Schülern den Erfolg etwas feiern. Wir kauften Knabberzeug und Trinken und fuhren im Polizeiauto vom Hauptplatz durch den ganzen Ort zur Schule, die Kinder hinten auf der Ladefläche. Die Polizei war auch eingeladen und Narciso hielt eine Rede über Verantwortung und Loyalität. Wir verstanden nicht alles, aber wir konnten sehen wie andächtig die Polizisten dort um den Tisch saßen und ihm zuhörten. Wie sie scheinbar ganz klein wurden.

Neben den Erfahrungen um die Schule, erfahren wir viel über Narcisos eigene Biographie. An einem Tag fährt er mit uns zu dem Haus, welches er mit sechzehn mit seinem Vater gebaut und bewohnt hat. Ein schönes, aber einfaches Lehmhaus, ganz abseits auf dem Land. Er zeigt uns seine Plantage, wo Maracuja, Mangos, Bananen, Orangen, Limonen und andere Früchte wachsen. Man kann hier das ganze Jahr über anbauen — wenn man Wasser hat. Narciso strahlt über das ganze Gesicht während er eine Grapefruit erntet. „Wenn ich hierherkomme, verhungere ich nicht,“ sagt er.

Obwohl wir nur eine Woche in Olmos waren, kehren wir mit sehr vielen neuen Anregungen und so vielen schönen positiven Eindrücken nach Deutschland zurück. Es ist faszinierend mit wie wenig Mitteln man in einer Gemeinschaft so viel auf die Beine stellen kann.

Wir wollen mit diesem Bericht unsere große Dankbarkeit ausdrücken für die Gastfreundschaft und unglaubliche Herzlichkeit, die uns von den Menschen in und um die Schule entgegengebracht wurde. Und natürlich besonders an Narciso, der sich so viel Zeit für uns genommen hat, um uns sein Projekt und sein Leben in Olmos zu zeigen.

Muchas Gracias por todo!

Las dos hermanas, Hannah y Sarah

Dankgottesdienst

Dankgottesdienst mit der Kinderhilfe in Olmos/Perú e.V., am Sonntag, den 22.10.2017 um 10 Uhr in der Luther-Gemeinde, Vangerowstrasse 5, 69115 Heidelberg.
Narciso und Freunde, die in Olmos waren, werden über ihre Erfahrungen in Peru berichten und Fotos zeigen. Im Anschluss ist genügend Zeit für Gespräche. Wir freuen uns sehr, Euch begrüßen zu dürfen!

PDF zum Ausdrucken und Weitergeben.

 

Bericht von Renate

Wiesloch/Baiertal, den 24.09.17

Guten Tag,

ich war von September 2015 – Februar 2016 in Olmos. Ich las den eindrucksvollen Brief von Dr. Schäfer , und auch weil Margit mich dazu ermunterte, auch einen Bericht über meinen Aufenthalt in Olmos zu schreiben werde ich es jetzt tun.

Einen Teil meines einjährigen Sabbatjahres wollte ich im Ausland verbringen. Da ich seit einiger Zeit spanisch lernte, und weil mich Südamerika interessiert, habe ich mich für Peru entschieden. Nach verschiedenen Recherchen las ich in der RNZ von einem Benefizkonzert anlässlich eines sozialen Projektes in Olmos. Dort habe ich Margit, Narciso und deren Schulprojekt in Olmos kennengelernt. Als ich Narciso fragte, ob ich mich da auch irgendwie einbringen könne, meinte er, ja, da gibt es was. Wir haben dann den Zeitrahmen vereinbart, und dass ich bei der jungen Familie, mit 3 kleinen Mädchen wohnen kann. Damit mich niemand mehr von meinem Vorhaben abbringen konnte, habe ich dann gleich den Flug gebucht.

Ich denke, ich war gut vorbereitet, was die Kenntnisse der Andersartigkeit der Kultur betrifft, trotzdem war ich in der ersten Zeit immer wieder sehr verwundert, wie der Alltag ablief und wie die Menschen leben und sich verhalten. Wenn mich jemand fragte, wie es war, dann antwortete ich: Dort ist A L L E S anders! Trotzdem habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Das führe ich auch auf das Einfühlungsvermögen von Rosa zurück. Da sie schon öfter Besuch aus Deutschland hatte, waren  Sophie Klein, die zur gleichen Zeit in Olmos war, und ich nicht ganz exotisch, für alle anderen schon. In Olmos gibt es so gut wie keine Touristen und die meisten Einheimischen haben die Region noch nie verlassen.

In der Schule hatte ich 2 verschiedene Aufgaben.

Im Rahmen des Englischunterrichts, den Sophie übernommen hatte, habe ich mit den Kindern in kleinen Gruppen die Aussprache geübt. Da ich hörgeschädigt bin, war das sehr anstrengend für mich. Aber Englisch war früher in der Schule mein Lieblingsfach und ich wollte mich unbedingt irgendwie  beim Englischunterricht einbringen. Im Laufe der Zeit, hat es mir und den Kindern immer mehr Spaß gemacht.

Außerdem habe ich die Frühstücksköchin beim Frühstück zubereiten unterstützt. In der Schule werden nacheinander, klassenweise täglich ein einfaches Essen und ein Getränk angeboten.

Wegen des El Nino wurde die Schule vorzeitig Anfang Dezember geschlossen.

Die verbleibende Zeit habe ich in der Familie von Rosa, Martin

und den Kindern verbracht.  Ich habe auch meistens das Mittagessen zubereitet. Abends habe ich meine Mails nach Hause geschrieben und bin dann todmüde und zufrieden ins Bett gefallen.

Wir haben zusammen deutsche „Weihnachtsgutsl“ gebacken, außerdem Hefezopf, Nußzopf, Schneckennudel, Dampfnudel, Vollkornbrot….Von Rosa habe ich peruanische Küche gelernt. Es gab verschiedene Geburtstagsfeiern, sogar mit Erdofenessen, das Narciso einführte. Ich habe Weihnachten und Silvester in Olmos verbracht. Mein Wunsch war es noch Macchu Pichu zu besuchen. Nach verschiedenen Recherchen bin ich dann mit Rosa  Richtung Süden gereist. Für sie und ihre Familie war  das nicht leicht, es war die erste Trennung überhaupt.  Für Rosa war es die erste größere Reise. Dann gab es noch einen Tagesausflug mit der Familie und Narciso in die ca. 60km entfernten Anden, dem Geburtsort von Narciso. Wir haben die verschiedenen Verwandten „al Campo“ besucht, und auch Rosas Schwester in Lima. Wir waren einmal am Strand bei Chiclayo und wir haben im kleinen Fluss in Olmos gebadet. Es gab dann noch verschiedene Feste, z.B. auf der Plaza de Armas, dem zentralen Punkt von Olmos.

So habe ich einen umfassenden Eindruck vom Alltagsleben  hier in Lambayeque bekommen. Obwohl der Alltag oft anstrengend für mich war, bezüglich der Sprache, der Geräusche, des Klimas…. habe ich mich immer wohlgefühlt und dazugehörend. Der Aufenthalt hat mich natürlich auch ein Stückweit verändert. Man wird  toleranter und besinnt sich wieder mehr auf die einfachen Dinge im Leben. Mir wurde bewusst, mit wie wenigen Dingen im Leben man gut zurechtkommt. In der Not gibt es unter den Menschen große Hilfsbereitschaft. Die Kinder spielen viel mit Naturmaterialien und gehen sehr geschickt damit um.

Viele Grüße

Renate Filsinger